Blick zurück und nach vorn
Von Helmut Kaupe
BÜRSTADT. Der Verein für Heimatgeschichte Bürstadt e. V. hatte zu seiner ordentlichen Mitgliederversammlung in das KamÜ eingeladen. Vorsitzender Michael Molitor freute sich, unter den zahlreich erschienenen Mitgliedern den Stadtverordnetenvorsteher Alexander Bauer begrüßen zu dürfen. Da keine Anträge der 22 anwesenden Mitglieder zur Tagesordnung vorlagen, stellte Molitor seinen Jahresbericht vor.
Er verwies darauf, dass der Verein aktuell 43 Mitglieder zählt und noch Luft nach oben besteht. Das neue Logo werde den Verein dabei unterstützen, seine Arbeit in der Öffentlichkeit zu präsentieren und bekannt zu machen. So beteiligte er sich an der „Aktion saubere Landschaft“ und nutzte einen Kuchenverkauf auf dem Wochenmarkt, um die finanzielle Situation des Vereins zu verbessern.
Zahlreiche Aktivitäten der Mitglieder
„Um die Geschichte der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger weiter nachvollziehen zu können, wurde am 26. September 2025 der jüdische Friedhof in Alsbach-Hähnlein besucht. Dieser Besuch hat bei den Mitgliedern einen tiefen Eindruck hinterlassen“, unterstrich Molitor.
In seinem Rückblick erinnerte der Vorsitzende an den Besuch des Heimatmuseums der Stadt Viernheim und die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht. Im Frühjahr sollen die Arbeiten bezüglich der Grenzsteine des historischen Rundwegs durch den Bauhof vorgenommen werden. Die Anschaffung eines Archivscanners durch die Stadt könnte das digitale Archivieren der historischen Dokumente ermöglichen, sobald dieser eingerichtet ist.
Bilderausstellung und Kuchenverkauf geplant
Klaus-Dieter Grinda hielt anlässlich des 100-jährigen Geburtstags der evangelischen Kirchengemeinde im Alten- und Pflegeheim einen Vortrag über dessen Geschichte. Nach dem Kassenbericht des Schatzmeisters bescheinigte Renate Gayer, die mit Walter Wiedemann die Kasse geprüft hatte, dem Vorstand eine fehlerfreie Kassenführung.
Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes dankte Alexander Bauer im Namen der Stadt dem Verein für dessen Arbeit: „Eine Stadt, die ihre Geschichte kennt, ist ein lebendiger Ort, an dem Vergangenheit spürbar ist. Der Verein für Heimatgeschichte und seine Leistung sind aller Ehren wert.“ Bauer richtete sein Augenmerk auch auf die zukünftige Arbeit des Vereins: „Wir machen zu wenig aus unserer Geschichte.“ Dabei war ihm bewusst, dass die Situation bezüglich der Zukunft des Heimatmuseums noch immer ein großes Problem darstellt.
Die Neuwahlen des Vorstandes bestätigten einstimmig bei jeweils einer Enthaltung die bisherigen Amtsinhaber. Die geheimen Wahlen von sieben Beisitzern ergaben, dass zukünftig Dr. Gerhard Baltes, Holger Eberle, Michael Fuchs, Alois Klüber, Julia Metz, Hans Dieter Niepötter und Dirk Tremmel den Vorstand in seiner Arbeit unterstützen werden. Zu neuen Kassenprüfern wurden Silke Vetter-Kissel und Rüdiger Engert gewählt. Für das Jahr 2026 plant der Verein folgende Aktionen: eine Bilderausstellung anlässlich der 1250-Jahr-Feier Bobstadts, einen Vortrag im KamÜ von Jörg Kinkhaus am 1. Juni über den Absturz eines B-17-Bombers nahe dem Boxheimerhof, Kuchenverkauf am 2. Oktober auf dem Wochenmarkt und die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht. Weitere Veranstaltungen sind noch in Vorbereitung. Zum Abschluss berichtete Burkhard Vetter von der vereinsinternen „AG Jüdisches Leben“ über die Stolpersteinverlegung am 16. April, bei der sechs neue Steine verlegt wurden.
Der neue Vorstand des Vereins für Heimatgeschichte Bürstadt e. V. (obere Reihe von links): Alois Klüber, Gerhard Baltes, Holger Eberle, Dirk Tremmel, Klaus-Dieter Grinda und (untere Reihe von links) Peter Jakob, Ursula Cornelius, Julia Metz, Michael Fuchs, Hans Dieter Niepötter und Michael Molitor.Foto: Helmut Kaupe
